[Extra] Modul 2 – Weblogs

Warum Blogs, warum bloggen?

Es ist im ersten Moment oft schon seltsam, wenn man seine Gedanken, Ideen, Vorstellungen aufschreiben und sie dann online einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen veröffentlichen soll/will. Es gibt jedoch mehrere Gründe, warum das Bloggen ein nützliches Werkzeug ist:

  • Durch das Bloggen (Schreiben) über das, was Sie gesehen, sich überlegt oder getan haben, können Sie reflektierende Praktiken in Ihr (Berufs-)Leben integrieren.
  • Das Bloggen über ein Ereignis, also das Niederschreiben, Ausformulieren und das damit verbundene Reflektieren – all dies hilft Ihnen, sich in Zukunft besser an die Ergebnisse, Handlungsalternativen etc. zu erinnern. Dies ist nützlich für Bewerbungen und für die Qualifikation für die Arbeit.
  • Sie könnten auch positiv andere Menschen beeinflussen, indem Sie Ihre Ideen und Erfahrungen bloggen. Gerade im beruflichem Engagement geht es nicht nur um Ihre Entwicklung, sondern auch darum, Ihr Wissen und Ihre Expertise mit anderen zu teilen.
  • Wer Ideen und eigenes Wissen teilt, kann sich mit Kollegen außerhalb der eigenen Bibliothek / Region unterhalten und so ein breiteres uns stabileres professionelles Netzwerk aufbauen.
  • Zuletzt halten Sie die wichtigsten Informationen, die Sie mit anderen teilen möchten, an einer Stelle zusammen und haben es dann einfacher, sie in den anderen Tools gut und individuell zu bewerben.

Neben der Möglichkeit, so seine Expertise in einem Thema Ihrer Wahl (Hobby, Beruf etc.) zu zeigen oder auch einfach das tägliche Leben zu durchdenken, gibt es einen Punkt, der das Bloggen erschwert. Selber bloggen kostet Zeit, weil man eben Dinge durchdenken und ausformulieren will / muss.

Entdecken

Entdecken Sie andere Blogs. Machen Sie sich mit dem Aufbau der Blogs vertraut. Wie gefallen Ihnen die unterschiedlichen Designs? Welche Elemente tauchen immer wieder auf? Lesen Sie ruhig ein paar Beiträge. Welche Inhalte werden behandelt? Wie ist der Schreibstil? Werden Leser*innen direkt adressiert? Wie stellt sich der/die Autor*in da. Mit diesen Fragen werden Sie sich sicherlich noch intensiver befassen, wenn Sie Ihr erstes eigenes Weblog erstellt haben und befüllen.

Beginnen wir mit Beispielen von außerhalb der Bibliothekswelt:

Mehr sehr unterschiedliche Blogs, z.B. für Bonn und Umgebung gibt es unter Bonner Blogs (https://bonnerblogs.de/) zu finden, einem Aggregator, der auch jeweils die neusten Blogeinträge zeigt.

Hier sind nun einige Beispiele aus dem Bibliotheksbereich:

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele in diesem Bereich. Also Augen auf. Für private bibliothekarische Blogs gibt es den Plan3t.info (https://plan3t.info/) als Aggregator, wo Sie gerne weiterstöbern können. (Mehr Infos dazu unter: Blogosphäre am Ende der Seite.)

Bebilderte Anleitung zur Blogerstellung

Erster Schritt: Öffnen Sie zum Start die Website https://de.wordpress.com/ und klicken Sie auf den Button „Deine Website erstellen“.

Startseite WordPress.com mit der Option „Deine Website erstellen“
Anlegen neues Konto - Eingabefelder

Im zweiten Schritt für die Erstellung eines Benutzerkontos (Account) benötigen Sie Ihre E-Mail. Geben Sie diese ein und überlegen Sich sich einen Benutzernamen. WordPress informiert Sie, wenn der Benutzername bereits vergeben ist. Der Nutzername kann für die Anzeige im Blog später unter Profil jederzeit angepasst werden.
Als letztes vergeben Sie ein Passwort für Ihren Account (Konto) bei WordPress. Dies muss mind. 8 Zeichen lang sein und sollte, um sicher zu sein, aus Buchstaben (Groß- und Kleinbuchstaben), mind. 1 Sonderzeichen und Ziffern bestehen.
Bestätigen Sie Ihre Angaben mit Klick auf den Button „Konto erstellen“.

Im dritten Schritt sollen Sie nun einen Domainnamen auswählen. Überlegen Sie sich, wie Sie Ihr Blog nennen möchten. Der Domainname sollte kleingeschrieben und keine Sonderzeichen und Umlaute enthalten.

Suche nach der Domain für den eigenen Blog
Auswahl des richtigen Tarifs bei WordPress.com

WordPress.com überprüft, ob die Domain noch erhältlich ist. Die nachfolgenden Schritte erklären, wie das weitere Vorgehen ist, wenn Sie keine eigene Domain kaufen möchten, sondern ein Blog bei WordPress.com hosten möchten.

Unter den kostenpflichtigen Domain-Werbeanzeigen wird Ihnen eine kleine Tabelle aufgelistet, die auch kostenfreie Optionen enthält. Sie wählen die erste Option „ihrdomainname.wordpress.comFree aus und klicken auf den Button „Auswählen“. Notieren Sie auch am besten Ihren Domain-Namen.

Sie können Die Domain später unter Verwalten -> Domains -> Domaineinstellungen noch ändern. Ist Ihr Blog aber erstmal veröffentlicht, ist dringend davon abzuraten, da bestehende Verlinkungen auf Ihr Blog und Ihre Beiträge sonst verloren gehen werden.

Im vierten Schritt wird Ihnen nun ein Hosting-Plan angeboten. Auch hier bitte genau hinschauen. Ignorieren Sie die vier Kästen und klicken Sie auf den Link in der darbüberstehenden Frage (direkt unter der Unterschrift?: „Bist du dir noch nicht sicher? Starte mit einer kostenlosen Website.

Es dauert einen kurzen Moment und dann Herzlichen Glückwunsch. Sie sind nun auf dem besten Weg, selbst ein*e Blogger*in zu werden.

Sie werden nun zum sogenannten Dashboard weitergeleitet. Von dort werden Sie zukünftig Ihr Blog verwalten

Dashboard von WordPress.com als Basis für die Arbeit in Ihrem Weblog
Dashboard von WordPress.com als Basis für die Arbeit in Ihrem Weblog

Achtung: Ihr Blog ist standardmäßig auf privat eingestellt. Ein Beitrag ist nach dem Veröffentlichen zwar publiziert, aber damit andere Ihren Blog lesen können, müssten Sie diese Personen einladen. Das ist für unseren Kurs aber kontraproduktiv, da es auch um das Vernetzen und Austauschen untereinander geht. Bitte schalten Sie Ihr Blog für alle frei (öffentlich)


Tumblr – eine einfachere Alternative zu WordPress

Tumblr ist ein Blog-Anbieter, der es sehr einfach macht, Dinge zu veröffentlichen, zu finden, zu teilen und miteinander zu kommunizieren. Anders als WordPress sind diese Blogs sehr viel schnelllebiger und stärker auf Austausch ausgelegt.

Sobald Sie einem Blog auf Tumblr folgen, erscheinen dessen Einträge erwartungsgemäß in Ihrem Dashboard. Wenn Ihnen ein Eintrag besonders gefällt, können Sie ihn im eigenen Blog rebloggen oder ihm auch einen eigenen Kommentar hinzufügen. Andere User werden das Gleiche mit Ihren Einträgen machen. So lernt man auf Tumblr sehr schnell neue Leute kennen.

Um sich zu registrieren, klicken Sie auf „Leg los“. Als erstes müssen Sie sich mit der Datenschutzerklärung von Automattic auseinandersetzen. Automattic hostet übrigens auch WordPress.com. Ihre Optionen verwalten können Sie jedoch erst nach Registrierung. Sie sind gezwungen, diese Meldung erstmal anzunehmen, wenn Sie fortfahren möchten.

Klicken Sie erneut auf „Leg los“. Geben Sie dann Ihre E-Mail-Adresse, Ihr Passwort (bitte sichergehen, dass Sie sich nicht verschrieben haben) und Ihren Username ein, den Sie jederzeit ändern können. Tumblr macht Ihnen an dieser Stelle sehr interessante Vorschläge.

Bestätigen Sie die Registrierung mit Klick auf den Button „Registrieren“. Sie werden als nächstes nach Ihrem Alter gefragt, hier können Sie ruhig etwas schummeln. Danach müssen Sie den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Tumblr (Automattic) zustimmen. Im letzten Schritt müssen Sie nur noch bestätigten, dass Sie kein „Robot“ sind.

Danach werden Sie nach Ihren Interessen gefragt. Sie können diesen Schritt überspringen oder bis zu 5 auswählen. Dies hat Auswirkungen auf die vorgeschlagenen Tumblr-Blogs. Wenn Sie diesen Schritt absolviert haben, erscheint Ihre Timeline und Sie werden aufgefordert, Ihre E-Mail-Adresse zu bestätigen. Tun Sie das.

Bevor Sie nun loslegen, sollten Sie Ihre Einstellungen anpassen. Gehen Sie dazu auf auf Ihr Profil (Männchen, später Ihr Profilbild) und wählen Sie Einstellungen aus. Auch hier lohnt es sich, die Einstellungen Schritt für Schritt durchzugehen. Bei Account können Sie festlegen, ob Ihr Blog über die E-Mail-Adresse gefunden werden darf. Unter Dashboard können Sie entscheiden, ob Sie in Echtzeit über Anmerkungen informiert werden wollen und ob der Chat Töne von sich geben soll.

Bei Meldungen entscheiden Sie darüber, was für Meldungen Sie erhalten. Hier empfiehlt es sich, gerade den ersten Punkt zu bearbeiten und genauer zu entscheiden, für was Sie Meldungen erhalten möchten. Hier könnte es wichtig sein, insbesondere Erwähnungen im Auge zu behalten. Sollten die Benachrichtigungen zu viel werden, können Sie dies hier jederzeit anpassen.

Unter Datenschutz erhalten Sie nun die Optionen, festzulegen, wofür Cookies verwendet werden dürfen. Wenn Sie allerdings das Cookie-Einverständnis wollen und dies widerrufen, werden Sie sofort ausgeloggt.

Klick auf das Bild vergrößtert die Anzeige

Hier haben Sie wenig Einfluss, insbesondere was Third-Party-Cookies (Cookies von Werbepartnern) angeht.

Und nun der letzte Schritt zum eigenen Blog.

Unter Profil->Einstellungen können Sie nun Ihren Tumblr-Blog erstellen. Dies wird nötig, wenn Sie eigene Beiträge veröffentlichen wollen.

Sie können dort alle Einstellungen bezüglich Ihres Blogs vornehmen: einen Namen geben, die URL und das Erscheinungsbild anpassen.

Um einen eigenen Beitrag zu verfassen, gehen Sie auf den Stift neben Ihrem Profil. Nun können Sie auswählen, was für einen Beitrag Sie verfassen möchten. Legen Sie los.


Noch ein kleiner Info-Ausflug

Die Blogosphäre

Da Sie jetzt schon ein paar Weblogeinträge geschrieben haben und/ oder die Blogs der anderen Reiseteilnehmer*innen lesen, haben Sie ganz bestimmt festgestellt: Sie sind mit, aber auch in Ihrem Blog nicht allein. Da draußen gibt es eine ganze Welt an anderen Bloggern. Und durch Kommentare, Verlinkungen in Artikeln oder speziellen Linklisten – die ihnen schon bekannten Blogrolls – entstehen Verknüpfungen. Dier durch Verknüpfung entstehende Raum ist die Blogosphäre. Wie groß die Blogosphäre ist, kann man bei Statista nachlesen.

WordPress.com liefert mit seiner schieren Größe seinen Anteil zur Blogsphäre. Die “live-Statistiken” zeigen deutlich, wie viel Aktivität es auf dieser Plattform gibt. Auf der Weltkarte der Live-Statistik sehen Sie gerade veröffentlichte Beiträge, Kommentare und “Gefällt-mir”-Angaben. Direkt darunter gibt es noch weitere ausführliche Statistiken zu dieser Plattform. Sie können sich zum Beispiel häufig verwendete deutsche Schlagwörter (Tags) anzeigen lassen und so einen Überblick über aktuell diskutierte Themen erhalten. Sie sehen also, eine vernünftige Verschlagwortung ist auch im Blog sinnvoll. 😉

Wie wird das eigene Weblog Teil der Blogosphäre?

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann TwinglyGoogle und diverse andere Suchmaschinen Ihr Blog indizieren. Wie lange Sie unentdeckt bleiben, ist ein wenig davon abhängig, wie häufig Sie Beiträge veröffentlichen, wie oft Ihr Blog in anderen Blogs und sozialen Medien auftaucht und ob ein Suchmaschinen-Bot sich gerade in der richtigen Ecke des Netzes aufhält. Sollten Sie bei WordPress in den „Einstellungen“ (Meine Websites – Einstellungen, runterscrollen zu „Datenschutz“) „versteckt“ auswählen, wird Ihr Weblog allerdings nicht in einem Suchmaschinenindex auftauchen.

Tja und wenn Sie bibliothekarisch unterwegs sind, ist es nur eine Frage der Zeit bis Sie Teil der BiblioBlogoSphäre werden. Die können Sie sehr gut im Aggregator Plan3t.info (Jetzt Pl4net.info) entdecken. Nicht alle Blogs sind mehr aktiv, aber sie enthalten nichtsdestotrotz oft noch interessante Beiträge.

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