RSS-Feeds

Im 4. Modul stehen nun die Möglichkeiten, Informationen im Social Web zu sammeln und zu präsentieren im Mittelpunkt. Wir beginnen mit dem Sammeln über RSS, schauen uns verschiedenen Tools und Herangehensweisen für den Faktenchek an und wenden uns schließlich dem Präsentieren der gesammelten Infomationen mit Hilfe eines Kuratierungsdienstes zu.

In meiner Arbeit als Bibliothekarin und im Second-Level-Support für Wissensmanager*innen, habe ich rasch gelernt, wie wichtig es ist, möglichst rasch an Informationen zu gelangen, ohne ständig eine Liste von „regelmäßig zu lesenden“ Websites abzuklappern. Dazu kommt, dass ich persönlich Mailinglisten nicht mag, weil sie mir einfach das Postfach sehr rasch zumüllen. Man kommt schließlich nicht jeden Tag dazu zig Infomails durchzulesen.

Für die betreuten Wissensmanager*innen aber auch für mich sind RSS-Feeds das „Ding“ oder das Mittel der Wahl.

RSS-Feeds? Nun, vielleicht sind Ihnen die folgenden Symbole schon mal auf den verschiedensten Webseiten aufgefallen. RSS-Feeds gibt es bereits seit 25 Jahren, d.h. seit 1995, als das World Wide Web noch eher in den Kinderschuhen steckte.

RSS RSS

Das Icon wurde zuerst von der Mozilla Foundation (verantwotlich für Browser wie Netscape, später Firefox) verwendet, um anzuzeigen, dass Inhalte über „open web syndication formats“ verfügbar sind.

RSS steht für  Rich Site Summary, wird aber heute in der Regel als  Really Simple Syndication (etwa sehr einfache Verbreitung) übersetzt (vgl. Wikipedia). Feed ist englisch und heißt ungefähr soviel wie füttern, hinzufügen, einspeisen.

Im RSS-Dateiformat werden aktualisierte Informationen regelmäßig über das Web geliefert. Das hat zum einen die Art, wie Informationen miteinander ausgetauscht werden revolutioniert, zum anderen auch die Art und Weise, wie man Informationen konsumiert. Geliefert heißt, ich muss die Seiten mit den gewünschten Informationen nicht mehr mühsam einzeln aufsuchen (pull-information), sondern ich bekomme sie an einer Stelle zusammengestellt (push-information). Dabei bin ich nicht mehr Werbung, Pop-Up-Fenstern etc. ausgeliefert oder muss zig Seiten „zu Fuß“ besuchen, sondern kann mit Hilfe von RSS die verschiedene Informationsquellen und Webseiten bündeln.

Möglichkeiten mit RSS-Feeds

Es gibt verschieden Möglichkeiten RSS-Feeds zusammenzufassen und zu lesen. Vielleicht sind Ihnen diese bereits bekannt:

  • Abonnieren der RSS-Feeds geht mit vielen E-Mail-Programmen
  • Abonnieren der RSS-Feeds mit dem Browser: Dort können diese als dynamische Lesezeichen abgelegt werden.

Diese beiden Möglichkeiten sind sinnvoll, wenn Sie nur wenige RSS-Feeds abonnieren, da es ansonsten schnell unübersichtlich wird. Zudem haben Sie nur von dem PC aus Zugriff auf Ihre RSS-Feeds, an dem Sie die dynamischen Lesezeichen lokal abgelegt haben oder sind an die technischen Gegebenheiten Ihres E-Mail-Programms gebunden. Nicht immer ist es möglich, die E-Mails von Zuhause oder unterwegs aufzurufen.

Der RSS-Feed-Reader

Es gibt einige kostenlose Reader, die Sie nutzen können, bspw. Feedly, Oldreader.com und Netvibes, die kostenlos Basisaccounts anbieten. Eine Übersicht finden Sie z.B. unter T3N. Das Prinzip ist auch hier: Links eingeben, evtl. die Quellen in Ordner strukturieren und dann gezielt lesen. Diese Feed-Reader werden nicht auf dem eigenen Rechner installiert. Sie greifen über das Internet darauf zu. Manche Reader haben die Möglichkeit die Accounts öffentlich zu stellen (z.B. Netvibes). Diese Funktion ist optimal, um Weblog-Listen oder Informationen mit anderen zu teilen. Als Beispiel sei die Netvibes-Seite der Dublin City Public Libraries genannt oder die Sammlung von bibnews-Sammlung von jplie (Jürgen Plieninger).

Für die Erstellung eines Accounts bei einem der RSS-Reader brauchen Sie meist nur eine E-Mail-Adresse und ein Passwort. Bei den meisten können Sie aber auch mit einem bestehenden Account bei Google, Twitter, Facebook & Co registrieren und einloggen.

Die nachfolgenden Beispiele sind mit meinem RSS-Feed-Reader dem Oldreader erstellt. 300 Posts per Feed können dauerhaft gespeichert werden. Geteilte, kommentierte und mit Gefällt mir gekennzeichnete Einträge bleiben auch über dieses Limit hinaus erhalten.

Standardmäßig werden bei Oldreader die Einträge in der Volllänge der RSS-Feeds ausgegeben, je nachdem, ob der RSS-Feed den Volltext oder nur einen Teaser übermittelt. Diese Einstellung wird vom Inhalteanbieter (abonnierte Website) getroffen. Die Vollansicht lässt sich aber auch in eine Listenansicht umwandeln, die ich persönlich als deutlich übersichtlicher empfinde. Und ich hoffe, dort demnächst auch Ihre Blogs als RSS-Feed beziehen zu können.

Hier die Ansicht aller Beiträge. Sie können rasch sehen, woher die Beiträge kommen, welche noch nicht gelesen sind und wann sie aktualisiert wurden.

Die Feeds lassen sich auch in einzelne Ordner organisieren, um so einen thematisch noch besseren Einblick zu erhalten. Geteilte Beiträge lassen sich wieder als RSS-Feed an anderer Stelle einbinden (Bsp. im Footer dieses Blogs).

RSS in Ihrem Blog

Sie können in Ihrem Blog einen RSS-Reader für Blogs einrichten, wenn Sie die von WordPress angebotene Funktion nutzen und Websites abonnieren (Disclaimer: Funktioniert nur für von WordPress.com angebotene Blogs). Auf der WordPress-Startseite finden Sie diese Funktion unter den Button Reader oben links in der Statusleiste.

Wenn Sie auf Reader klicken, gelangen Sie zur Startseite des Readers. Hier werden Ihnen die Beiträge der von Ihnen gefolgten Blogs in chronologischer Sortierung angezeigt. Zum Aufnehmen in Ihre Leseliste, können Sie unter Suchen nach entsprechenden Blogs oder Stichwörtern suchen. Sie erhalten Vorschläge für Beiträge und Websites, bei denen der Abonnement-Button Abonnement-Button WordPress mit angezeigt wird (blau = noch nicht abonniert, grün = abonniert). Oder Sie nehmen den Blog, dem Sie noch nicht folgen, direkt beim Besuch der Seite in Ihren Reader auf. Unten rechts am Bildschirm (nicht herunter scrollen) erscheint nach einer Weile der „Abonnement“-Button.
Abonnementoption WordPress
Wenn Sie diesen anklicken, wird der Blog Ihrem Reader hinzugefügt.

RSS-Feeds können Sie auch über ein Widget in Ihren eigenen Blog einbinden. Wenn Sie dieses beim Ausprobieren und Gestalten Ihres Blogs noch nicht eingerichtet haben, können Sie im Bereich Design > Anpassen > Widget.

Vergessen Sie nicht, Ihre Änderungen zu speichern.

Ich empfehle Ihnen, in Ihrem Blog das Widget RSS-Links einzubinden, um es Ihren Leser*innen zu ermöglichen, Ihr Blog auch ohne eigenen WordPress.com-Account einfach zu abonnieren.

RSS in Bibliotheken

Auf vielen der Bibliothekswebsites werden Sie Newsfeeds finden. Der Einsatz von RSS-Fees erfolgt z.B. für aktuelle Nachrichten aus der Bibliothek oder als RSS-Feeds mit den aktuellen Neuerwerbungen. Datenbankanbieter, Suchmaschinen, Kataloge und Discovery Systeme bieten oft RSS-Feeds für Suchanfragen an.

Ihre Entdeckeraufgaben

  • Probieren Sie einen kostenlosen Feedreader aus und erstellen Sie einen Account. Schauen Sie sich die verschiedenen Beispiele aus Bibliotheken an und suchen Sie weitere Angebote deutscher Bibliotheken. Eine Liste mit Beispielen finden Sie auf der Extraseite des Modul 4.
  • Wenn Sie in Ihrem eigenen Blog noch kein RSS-Feed-Widget eingerichtet haben, holen Sie dies nach. Probieren Sie auch mal andere Widgets aus, z. B. Abonnierte Blogs.
  • Schreiben Sie einen Blogartikel über Ihre Beobachtungen und Einschätzungen. Wo sehen Sie Einsatzmöglickeiten für sich und für andere? Was gefällt Ihnen und was sind Ihre Befürchtungen?

Ich bin gespannt auf Ihre Antworten. Setzen Sie doch einfach einen Bezug auf diese Lektion (Link) oder schreiben Sie hier einen kurzen Kommentar mit Link zu Ihrem Beitrag.

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